Dresden

Eine Wahl, die uns verbindet!? 

Diversität in Kunst und Kultur: Wie erreichen wir mehr Beteiligung – Bürger*innen kommen zu Wort! 

Konzeption: Dr.in Karoline Oehme-Jüngling, TU Dresden; Dr. Julia Schulze Wessel & Juliane Kopitz, anDemos e.V. - Institut für angewandte Demokratie- und Sozialforschung; Rudaba Badakhshi (ZEOK e.V.)

Datum: Mi, 22. September 2021, 17.00 Uhr 

Ort: Weltclub Dresden - Ein Projekt von Afropa e.V., Königsbrücker Str. 13, 01099 Dresden

Gesprächsrunde mit:

  • Katharina Warda (freie Autorin und Soziologin)
Katharina Warda © Alena Schmick

1985 in Wernigerode (Harz) geboren, lebt und arbeitet Katharina Warda als Soziologin und freie Autorin in Berlin. Inhaltlich liegen ihre Schwerpunkte auf den Themen Ostdeutschland, Rassismus, Klassismus und Punk. Neben ihrer Promotion an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien arbeitet Warda an dem Audioprojekt „Dunkeldeutschland“, das von blinden Flecken deutscher Geschichtsschreibung nach der Wiedervereinigung erzählt. Zudem gestaltet sie derzeit ein Panel für die im Herbst 2021 geplante Konferenz der German Studies Association. Dabei werden ostdeutsche nichtweiße Personen und Perspektiven im Mittelpunkt stehen.

© Alena Schmick

  • Anna Zosik (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kulturstiftung des Bundes)
Anna Zosik © Olaf Hirschberg

Anna Zosik ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Kulturstiftung des Bundes und dort zuständig für das Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft. Außerdem war sie Projektmanagerin für Kulturelle Bildung in der Zukunftsakademie NRW, ist Mitbegründerin von „eck_ik büro für arbeit mit kunst“ Berlin und Teaching Artist an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

© Olaf Hirschberg

  • Kanwal Sethi (Filmemacher, politischer Aktivist und Vorsitzender des Dachverbandes sächsischer Migrantenorganisationen e.V.)
Kanwal Sethi  © privat

Kanwal Sethi ist ein in Indien geborener und heute in Leipzig lebender Filmemacher und politischer Aktivist (er ist u. a. Vorsitzender des Dachverbandes sächsischer Migrantenorganisationen e. V.). Noch in Indien gründete er eine Theatergruppe und schrieb parallel für Literatur- und Filmmagazine. 1992 zog er nach Deutschland und studierte Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der TU Dresden. Nach einigen Kurz- und Dokumentarfilmen entstand 2011 mit Fernes Land sein SpielfilmdebütSein nächster Spielfilm Once Again – Eine Liebe in Mumbai entstand 2017/18 als Teil einer geplanten Trilogie.

© privat

  • Ramin Büttner (Postmigrantisches Radio)

© Paula Charlotte Kittelmann

Die Initiative Postmigrantisches Radio besteht seit 2020 und die Gruppe bezeichnet sich als (post-)migrantisch, queer, BPoC und möchte eben solchen Stimmen mehr Repräsentanz verschaffen. Die Diversität in einer Demokratie ist Ausganspunkt des Schaffens, welche über Diskurs, Politik und Pop-Kultur und über das Medium des Radios kritisch und künstlerisch thematisiert wird. Aufgrund der Biografien und Wohnorte, die von den Geschichten der ehemaligen DDR geprägt sind, richtet sich das Projekt momentan vor allem an diejenigen, die in den neuen Bundesländern leben, arbeiten, geboren sind und/oder in diese migrierten. Aufgrund der eigenen Erfahrungen fehlt es gerade der jungen, ostdeutschen, migrantischen Generation an Vorbildern in Politik. Neben der Arbeit bei der Initiative Postmigrantisches Radio, beschäftigt sich Ramin mit dem durch Eigenleistung entstandenem Projekt „Music Of Color“ und ist Programmkoordinator bei Radio Corax in Halle an der Saale.

"Music Of Color" legt Wert darauf, Schwarze Menschen und People of Color zu fördern und sichtbar zu machen, eine Community aufzubauen, und somit Menschen eine Chance zu geben, deren Perspektiven durch Marginalisierungsprozesse wenig Teilhabe und Mitgestaltungsmöglichkeit am wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben erfahren. „Music Of Color“ möchte durch die Förderung von Musik, Kunst und Kultur eben diesen Menschen eine Stimme verleihen und trägt damit maßgeblich zur Diversität in der Musikszene in Leipzig bei. Bisher geschah dies in Form einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe im Institut für Zukunft in Leipzig. Es wurde ein Ort für Vernetzung und Austausch als auch eine Bühne für unterrepräsentierte Personen und Musikrichtungen geschaffen. Auf den Veranstaltungen wird versucht, die Club- und die Tanzszene näher zusammen zu bringen und anstatt auf Line-Ups und große Namen einen Fokus auf das gemeinsame Erleben und Teilen von Sound zu legen.

Moderation: Rudaba Badakhshi (ZEOK e.V.)

Rudaba Badakhshi © Stadt Leipzig

Rudaba Badakhshi ist Referentin, Trainerin und Moderatorin mit den Schwerpunkten: Transkulturelle Bildungsarbeit, Diversity, Antirassismus, Migration, Flucht und Arbeit, Intersektionalität und Feminismus.  

Sie studierte Kunstgeschichte und Romanistik in Jena, Berlin, Lyon und Leipzig (M.A.). Bis 2020 arbeitete sie hauptamtlich bei der Stadt Leipzig, im Referat für Migration und Integration. Seit 2020 arbeitet sie beim Dachverband der Migrantinnenorganisationen (DaMigra) als Regionalkoordinatorin der Region Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aktuell studiert sie berufsbegleitend Master Public Management. Sie ist in diversen Bündnissen, Netzwerken und Beiräten aktiv.

© Stadt Leipzig

Unsere Gesellschaft ist divers. Doch nicht in allen gesellschaftlichen Bereichen wird diese Diversität sichtbar bzw. ist ausreichend repräsentiert. Mit der Veranstaltung schauen wir genauer auf den Bereich der Kunst und Kultur, der wie kein anderer Bereich in Wechselwirkung zu gesellschaftlichen Entwicklungen steht, weil er Gesellschaft reflektierende, kritisierende Funktionen erfüllen und andere (manchmal noch ungedachte und irritierende) Sichtweisen, Perspektiven und Visionen aufzeigen kann. Kunst und Kultur bietet Raum, sich mit Fragen von Zugehörigkeiten, De-/Identifizierung und Diversität in Formaten auseinanderzusetzen, die Menschen auf anderen Ebenen der Wahrnehmung erreichen, ansprechen und neue Denkanstöße anbieten können. Umso entscheidender ist es, die Diversität in Kunst und Kultur aktiv zu fördern, deren Potenziale zu nutzen und Teilhabe zu ermöglichen.

In unserer Veranstaltung möchten wir mit Bürger*innen und Expert*innen aus dem Kunst- und Kulturbetrieb (insbes. aus Ostdeutschland) ins Gespräch kommen. Wir gehen Fragen nach, wie: Ist die Diversität der (ostdeutschen) Gesellschaft ausreichend in Kunst und Kultur repräsentiert? Welche Bedeutung hat Diversität in Kunst und Kultur für unsere Gesellschaft? Welche kulturpolitischen Weichen müssen für eine diversere und beteiligungsorientiertere Kunst- und Kulturlandschaft gestellt werden (insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagswahl)? 

Über verschiedene (digitale) Beteiligungsformate werden wir das Publikum in die Diskussion einbeziehen, um eine Vielzahl an Perspektiven sichtbar zu machen. Wir laden Sie herzlich ein, an unserer Veranstaltung teilzunehmen und sich einzubringen. 

Für die Anmeldung zur Präsenzveranstaltungen kontaktieren Sie bitte:

Juliane Kopitz

E-Mail: kopitz@andemos.eu

Für die Veranstaltung gilt die 3G Regel (genesen, geimpft, getestet).